Therapy?
Therapy?
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Beeinflusst von Bands wie Big Black, Snuff oder Hüsker Dü (deren Song "Diane" sie auf "Infernal Love" covern), gründen Sänger/Gitarrist Andy Cairns, Bassist Michael McKeegan und Schlagzeuger Fyfe Ewing 1990 in Nord Irland Therapy?.

Schon mit ihrer ersten Single "Meat Abstract" finden sie bei irischen Radiostationen und auch bei John Peel von Radio 1 in England große Befürworter, die nicht ganz unbeteiligt daran sind, dass die erste EP "Babyteeth" gleich mal auf Platz 1 der Indiecharts geht. Nach der zweiten EP namens "Pleasure Death" debütieren sie im Rest Europas nach einer ersten Tour mit Babes In Toyland über A&M Records mit "Nurse". Damit machen sie noch keinen großen Stich, aber das nachfolgende Album "Troublegum" geht dafür weg wie geschnitten Brot.

"Troublegum" meistert den Spagat zwischen Independent und Mainstream, zwischen Aktzeptanz und Sell-Out und geht erstmals weg vom eiskalten und präzisen Therapy?-Sound der frühen 90er Jahre. Dieses Markenzeichen bröckelt im Laufe der weiteren Alben noch stärker. Dafür starten sie so richtig durch, spielen mit Bands wie Henry Rollins bis hin zu Ozzy Osbourne und laufen in jedem Alternative-Laden hoch und runter.

Auf "Infernal Love" finden erstmals auch Streicher Einzug. Kurze Zeit später wird der damals 19-Jährige Gitarrist und Cellist Martin McCarrick, der zuvor bei Siouxsie And The Banshees war, zum vierten Bandmitglied ernannt. Mit ihm geht es zum ersten Mal auch durch Südamerika und Australien, doch so gut wie der Vorgänger wird die Scheibe schon nicht mehr aufgenommen. Ein Jahr später ersetzt Graham Hopkins den Mann hinter der Schießbude (Fyfe Ewing wurde der Tourstress zu viel; seitdem spielt er bei "The Divers") - die letzte Therapy?-Bastion war gefallen.

Mit "Semi-Detached" fängt der Ärger so richtig an, denn das Label macht kurz nach der Veröffentlichung pleite, weswegen die Scheibe in den Staaten erst mal gar nicht erscheint. Davon lassen sich die Iren aber nicht lange ablenken, sondern machen sich einfach zuügig an die Arbeiten zu einem neuen Album, welches schließlich über Motor erscheint.

Mit ihrem fünften Streich, der laut Andy Cairns "a bit of a fuck you" ist, hauen sie den alten Fans bewusst neue Töne vor den Kopf und fühlen sich gut dabei. Hopkins ist nach längerem Ausfall wegen eines gebrochenen Arms wieder fit, der neue Deal beim Label Ark21 perfekt und mit "Suicide Pact - You First" haben sie selbstbewusst nur dem eigenen Erhaltungstrieb gefröhnt. Andy: "Hätten wir ein zweites "Semi-Detached"-Album gemacht - es wäre mit uns innerhalb eines Jahres vorbei gewesen. Dieses Album brauchten wir einfach, um uns am Leben zu halten. Und es hat verdammt viel Spaß gemacht."

Spaß am Musikmachen hat das Quartett auch noch im neuen Jahrtausend. Und so erscheint 2001 das sechste Studioalbum, auf dem sich die Iren zwischen Punk und Rockabilly austoben. Endes des Jahres macht Drummer Graham Hopkins die Gerüchte wahr und verlässt die Gruppe, um fortan eigene musikalische Wege zu gehen.

Frontmann Cairns dementiert umgehend Auflösungsgerüchte und verspricht eine neue Band-Ära mit noch mehr Punk, Metal und Rock'n'Roll. Was sich mit "High Anxiety" zumindest teilweise bestätig. Für Martin McCarrick ist es die letzte Scheibe mit Therapy?. Er fliegt kurz vor einer gemeinsamen Tour mit The Wildhearts aus der Band.

Ein letztes Mal taucht er auf der DVD "Scopophobia" auf, welche ebenfalls 2003 erscheint. Ersatz wird erst gar keiner gesucht, denn Therapy? machen wieder in guter, alter Tradition als Trio weiter. An sich kein falscher Entschluss, denn "Never Apologise, Never Explain" hat ein Jahr später durchaus das Zeug dazu, an alte Erfolge anzuknüpfen. Das sehen aber nicht alle Fans so und obwohl auch "One Cure Fits All" seine Momente hat, will sich der alte Erfolg nicht mehr einstellen.

Drei Jahre später sind mit "Crooked Timber" am Start.

Quelle: LAUT.de
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